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5. Juli 2013 / Alexander Lüdtke

Beta-Prozess in der Entwicklung – Wie werden Änderungen gemeldet, eingebaut, veröffentlicht?

Vom Käfer zum Programmfehler

Früher, als Computer noch ganze Räume füllten und wir von Nanotechnologie noch weit entfernt waren, kam es nicht selten vor, dass sich Motten, Fliegen oder Käfer auf Teilen wie den Kondensatoren niederließen. Die Folge war natürlich ein Defekt und nichts ging mehr, der Rechner musste „Debugged“ („Bugs“ = engl.: Käfer), also von den Störenfrieden gesäubert werden.

Zwar ist die Technologie mittlerweile soweit, dass kleine Tierchen kaum mehr eine Bedrohung für unsere Computer darstellen. Dafür schleichen sich nur zu gerne immer wieder „Bugs“ in unsere Software ein und sorgen für Fehler, Abstürze und allgemeine Nervenzusammenbrüche bei Anwendern und Entwicklern gleichermaßen. Es gilt also, die Software käferfrei zu halten, bzw. zu machen und dabei kommt dem sogenannten Beta-Prozess eine äußerst wichtige Bedeutung zu.

Der „tote Winkel“ des Entwicklers

In der Software-Entwicklung gibt es mehrere Phasen, die eine neue Version eines Programmes durchläuft, bevor sie dann endgültig für den Benutzer bereit steht. Es beginnt mit der Alphaversion, in der alle neuen Funktionen enthalten sind und die als erste Version „Fremden“, also an der Entwicklung nicht beteiligten Personen zum Test zur Verfügung gestellt wird. Hierbei wird das Augenmerk vor allem auf die Funktionen (Features) und ihre Stimmigkeit und das Handling gelegt. Anschließend geht es in der Betaversion daran, die Funktionen „gerade zu ziehen“ und Fehler zu entdecken und zu beseitigen.

Bei uns Entwicklern entsteht oftmals eine gewisse Betriebsblindheit, weil einem durch die Beschäftigung mit der Materie manche Vorgehensweisen als gegeben und logisch erscheinen und man gar nicht darauf kommt, diese zu testen.
Ein Beispiel: Die Werte aus zwei Feldern sollen zu einem zusammengerechnet werden. Wir geben also zwei Werte ein und prüfen das Ergebnis. Stimmt es, gehen wir davon aus, dass alles in Ordnung ist.
Was aber passiert, wenn man in einem der Felder einen Buchstaben eingibt? Auf jeden Fall ein Fehler, im schlimmsten Fall sogar ein Absturz, da das Programm die Anweisung, eine Zahl und einen Buchstaben zusammenzurechnen, nicht ausführen kann.
Um diese „toten Winkel“ beim Entwickeln auszugleichen, sind die Betatester von großer Wichtigkeit.

Ordnung ist das halbe (Software-)Leben

Bei ViCon benutzen wir ein sogenanntes Bugtracking-System („to track“= engl.: etw. aufspüren), um die Fehler zu sammeln und nachvollziehen zu können. Alle Betatester haben Zugang und können dort über unser internes Firmennetz oder das Internet Fehler eintragen und beschreiben. Zusätzlich werden „Bugs“, die unserem Support von Kunden gemeldet werden, dort erfasst. Schließlich kommt es immer wieder vor, dass auch in schon veröffentlichten Versionen noch Fehler enthalten sind, die allerdings unter so speziellen Bedingungen auftreten, dass sie vorher „durchgerutscht“ sind.

In der Entwicklung werden diese Meldungen dann verifiziert, priorisiert und einem Bearbeiter zugewiesen. Wir unterscheiden dabei zwischen Kategorien wie Featurewunsch, Unschönheit, kleinerem Fehler, schwerem Fehler oder Absturz.
Dadurch ist es nicht ungewöhnlich, dass bereits mehrere Betaversionen in Planung sind. Denn natürlich sollen Fehler so schnell wie möglich bereinigt werden und der Anwender nicht unnötig länger warten müssen. Und deswegen werden neue Funktionen oft in eine spätere Version eingeplant, wenn es zeitaufwendiger ist, sie einzubauen. So entsteht dann ein sehr genaues Bild, was bis wann und für welche Version zu erledigen ist.

Der „Feinschliff“

Sind alle Aufgaben für eine Betaversion schließlich abgearbeitet, wird die „Beta“ zunächst intern bei uns veröffentlicht und geprüft. Dabei werden nicht nur die bearbeiteten Programmfunktionen getestet, sondern auch immer bestimmte Vorgänge, die erfahrungsgemäß bei Änderungen an der Software, sensibel reagieren können.
Ist der interne Test bestanden, wird die Betaversion an externe Betatester verteilt. Das sind z.B. Partner der ViCon GmbH, die nun noch einmal auf Fehlersuche gehen.
Erst wenn auch diese Phase erfolgreich beendet wurde, wird die Betaversion zur neuen ViFlow-Version und unseren Anwendern zugänglich gemacht. Und der Beta-Kreislauf beginnt von neuem.

Alexander Lüdtke

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